Erstmals Walderlebnistage für die 6. Klassen durchgeführt

"Auf in den Wald" hieß es für unsere Sechstklässler kurz vor den Herbstferien. Zuerst war es die Klasse 6b, die mit Herrn Löffelmann und Frau Simml die Jugendherberge Bayerisch-Eisenstein ansteuerte, um von dort aus drei Tage lang den Nationalpark "Bayerischer Wald" zu erkunden. Am 20. Oktober startete die Klasse 6a mit Herrn Löffelmann und mir in das tschechische Srní, wo sie in den Nationalpark "Sumava" eintauchen durfte. Dort erlebte sie ein wunderschönes Waldgebiet, das einen durch seine Ursprünglichkeit in den Bann zieht.

Ein herrlicher Herbsttag im Böhmerwald

Bevor die Schüler der Klasse 6a die Pension "Efekt" in Srní, dem früheren Rehberg, erreichten, machten sie am ersten Tag ebenso wie ihre Kollegen aus der Klasse 6b Bekanntschaft mit dem Nationalparkzentrum Falkenstein.

Übersicht über das Nationalparkzentrum Falkenstein

Harald Hoke mit einem Teil der Klasse 6a

Umgeben von einem herrlichen Mischwald folgten wir vom Besucherzentrum "Ludwigsthal" aus dem 2,5 Kilometer langen Rundgang "Wildtiere". Dabei hatten die Buben auch die Gelegenheit, ihren Gleichgewichtssinn zu schulen und ihren Einfallsreichtum unter Beweis zu stellen. Jeweils zwei Schüler bekamen von ihren Betreuern Jan und Harald die Aufgabe, sich auf einem ca. 20 Meter langen Baum aufeinander zuzubewegen und im "Begegnungsverkehr" aneinander vorbeizukommen. Das Zuschauen machte großen Spaß, da die unterschiedlichsten Methoden angewendet wurden. Während Lukas und Alexander noch überlegten, wie sie aneinander vorbeikommen, ...

Begegnung auf einem Baum

... wagten Mantas und Fabian wie viele andere das Kreuzungsmanöver, ohne sich vorher allzu viele Gedanken zu machen.

Schülerwechsel 1

Auch Thomas zögerte nicht lange. Er packte Alexander kurzerhand unter den Schultern, drehte sich mit ihm und setzte ihn auf der anderen Seite des Baumes wieder ab. Das Ganze gelang, ohne dass einer der beiden den Boden berührte.

Schülerwechsel 2

In der Steinzeithöhle wurden unsere Schüler darüber informiert, wie sich das Klima, die Landschaft und die Tierwelt seit der letzten Eiszeit und der beginnenden Nacheiszeit verändert haben. Hier erfuhren sie auch, wie der Mensch durch Neuerungen in der Jagdtechnik auf diese Umwelt- und Klimaveränderungen reagierte.
Das auf einer Kunstfelsenkulisse rekonstruierte Bildfeld der Wildpferde und Auerochsen aus der berühmten Grotte Chauvet in Südfrankreich erinnert an das Zusammenleben der Menschen mit diesen Großtieren. 

Höhlenmalereien

Von außen betrachtet sieht die Steinzeithöhle eher wie ein Unterstand aus. Kaum einer würde aus diesem Blickwinkel vermuten, dass man dort mithilfe eines Films, mithilfe von Schautafeln und 3D-Animationen eine Zeitreise in die Urgeschichte machen kann.

Blick auf die Steinzeithöhle

Im Tierfreigelände konnten wir diese Wildrinder beobachten, die von den meisten Leuten aIs Auerochsen bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich allerdings um Rückzüchtungen, die ihr Vorbild nicht mehr erreichen.

Wildrinder

Die im Nationalpark lebenden Wildpferde hingegen entsprechen ihrem Ahnen, dem Przewalskipferd. Es duldet keinen Reiter auf seinem Rücken und kann wegen der unterschiedlichen Chromosomenzahl nicht mit dem heutigen Pferd gekreuzt werden.

Wald 9

Wildpferde

Einen Wolf wollte man unbedingt sehen, deswegen hielten die Schüler immer wieder Ausschau nach ihm.

Auf der Suche nach einem Wolf

Als schon keiner mehr damit gerechnet hatte, entdeckten wir vom Aussichtsturm aus dieses Exemplar. Übrigens leben in Deutschland zur Zeit 24 Wolfsrudel bzw. -paare, und zwar schwerpunktmäßig in den Bundesländern Sachsen und Brandenburg. Mit der Rückkehr dieses Tieres nach Bayern ist jederzeit zu rechnen. (Stand von 2013)

Tasächlich, ein Wolf!

Auch einen Luchs bekamen wir  zu Gesicht. Er hatte sich so weit von uns auf einen Felsen gesetzt, dass er mit bloßem Auge nur schwer zu sehen war.

Ein Luchs in Sichtweite

Im architektonisch sehr schön gestalteten "Haus zur Wildnis" durften sich die Schüler austoben, bevor sie eine 3D-Wildnisreise im Kino erlebten.

Im

Versteckspiel

Andere nutzten die angenehme Temperatur zu einer Brotzeit im Freien.

Brotzeit muss sein!

Während die Klasse 6b  nach dem Besuch des Nationalparkzentrums Falkenstein in die Jugendherberge Bayerisch Eisenstein zurückfuhr, ließ sich die Klasse 6a von "ihrem" Bus nach Srní bringen. Dieses kleine Bergdorf liegt 25 Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt. Dort stand neben der Zimmerverteilung und dem Abendessen noch eine spannende Nachtwanderung auf dem Programm.  

Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Zubereiten der Lunchpakete ging es am Dienstag in den Böhmischen Wald. Vorher mussten sich die Schüler noch etwas über die Geschichte des Ortes Srní erzählen lassen. Mit Blick auf die renovierte Kirche erfuhren sie, dass sie auf einem früheren Friedhof standen und dass dieser nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört worden war.

Die Kirche in Srní

Dieser "Tisch der Versöhnung" steht auf dem früheren Friedhof von Srní. Über seine Bedeutung ist an einer Tafel zu lesen: "Er ist ein Symbol für die friedliche Wiedervereinigung Angehöriger derjenigen Nationalitäten, deren langjähriges Zusammenleben in dieser Region in der Vergangenheit gewaltsam zerrissen wurde."



Die erste Aufgabe, die die Betreuer Harald und Jan unseren Schülern stellten, hing mit den Eichhörnchen zusammen. Jeder von ihnen bekam drei Mandeln, die er an einem sicheren Ort verstecken musste. Wie schwer das Wiederfinden war, erfuhren sie am nächsten Tag. Die Mandeln waren zum Teil verschwunden. Vermutlich hatten einige Tiere den Vorrat entdeckt und sich bedient.   

Harald und Jan Tobias spielt Eichhörnchen 

Die zweite Aufgabe bewältigten unsere Buben äußerst geschickt. Einer von ihnen musste sich die Augen verbinden lassen, der andere führte ihn durch den Wald. Dabei waren sich die Begleiter durchaus ihrer Verantwortung bewusst und lenkten ihre Schützlinge behutsam über so manches Hindernis. Auf diese Weise wurde schnell Vertrauen aufgebaut.

Dem Mitschüler blind vertrauen

Michael und Tobias

Moritz und Dominik

Jonas und Alexander

Eine solche Rannenzüchtung findet man nur im Naturwald. Weil die abgestorbenen Bäume liegen gelassen werden, dienen sie anderen Pflanzen als Nahrung. Diese wachsen dann auf dem toten Baum.

Rannenzüchtung

Das Versteckspiel im Wald bietet ganz andere Möglichkeiten als im Garten. Diesem Schüler hat es sichtlich gefallen.

Verstecken im hohlen Baum

Wie ursprünglich der Nationalpark Sumava ist, zeigt dieses Bild. Nicht ohne Grund wird er auch "Europas wilder Osten" genannt.

Natur pur

Die Flussüberquerung auf einem Baumstamm war für die meisten spannend. Ob mit oder ohne Seil, alle schafften es bis ans andere Ufer.

Fussüberquerung

Flussüberquerung

Sehr interessant fanden unsere Waldgänger das Spurenlesen. Dabei half ihnen nicht nur der stets geduldige Jan, sondern auch ein kleines Heft mit dem Titel "Fährten und Spuren". 

Spurenlesen

Auf der Suche nach Essensresten von Tieren wagten sich einige Schüler in Felsvorsprünge und Höhlen. Während Jonas einen Tierknochen fand, entdeckte Thomas verschiedene Gebrauchsgegenstände. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, wer sich hier vor wem  versteckt hatte.

Jonas mit seinem KnochenfundGebrauchsgegenstände 

Auch Moritz und Alexander waren fündig geworden.

Stolz auf ihren Fund

Und siehe da: Die beiden Knochen passten genau zusammen! Herr Löffelmann wusste, dass sie vom Vorderlauf eines Rehs stammen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Luchs das Reh getötet und die Beute auf verschiedene Plätze verteilt hat. Gut, dass wir einen Biologielehrer dabei hatten!

Eine kleine Sensation

Die letzte Aufgabe, die den Schülern an diesem Tag gestellt wurde, verlangte ihnen einiges ab. Sie mussten mit den Materialien, die sie in dem Waldstück vorfanden, eine Murmelbahn bauen. Mit Feuereifer machten sie sich ans Werk und zeigten eine Kreativität, über die wir nur staunen konnten. Vielleicht sollten wir das Klassenzimmer öfter mit dem Wald vertauschen.

Eine gewagte Konstruktion

Alexander und Jonas

Jeder wollte eine gute Murmelbahn bauen.

Höchste Konzentration

Diese Bahn verdiente das Prädikat "sehr gut".

Ein gelungenes Werk

Auch die Klasse 6b zeigte auf deutscher Seite größten Einsatz beim Bau einer Murmelbahn. Viele erkannten schon bald, dass man nur im Team weiterkommt.

Teamarbeit ist gefragt

Wer ein gutes Ergebnis erreichen wollte, musste kräftig mitanpacken.

Waldarbeit macht Spaß

Auf Materialsuche

Auch die Ergebnisse der Klasse 6b konnten sich sehen lassen.

Murmelbahn der Klasse 6b

Diese Lichtung wurde von den Schülern der Klasse 6a zu Fangspielen genutzt. Kurz vorher hatten sie ihre Kraftreserven durch eine ausgiebige Brotzeit wieder aufgefüllt.

Spiele müssen sein

Wir Betreuer freuten uns am Bewegungsdrang unserer Schüler.

Eine kleine Pause tut gut.

Am Abend lud uns Harald Hoke zu sich auf sein Grundstück ein, wo die Schüler am offenen Feuer Stockbrote backen konnten.

Stockbrote über dem Lagerfeuer

Johannes, Valentin und Matthias

Am dritten Tag überraschte uns ein Wintereinbruch. Mit drei Grad Celsius und Schneeregen hatten wir wirklich nicht gerechnet. Umso höher ist es den Buben anzurechnen, dass sie trotz der ungewohnten Kälte Hütten bauten. Wie am Vortrag mussten sie im Wald ihre Materialien zusammensuchen und im Team einen Unterschlupf bauen. Was dabei herauskam, konnte sich wirklich sehen lassen. (Anmerkung: Die Getränkeflaschen gehörten zu den Fundstücken und wurden zur Dekoration genutzt.)

Johannes, Michael und Valentin

Da gibt es noch viel zu tun!

Dominik, Mantas und Valentin vor ihrem Unterschlupf

Lukas, Tobias und Matthias

Sie bauten die stabilste und komfortabelste Hütte.

Die Erbauer der stabilsten Hütte

Nach einem kurzen Aufwärm-Stopp in der Pension gingen wir wieder zum Anwesen von Harald Hoke, wo bereits alle Vorbereitungen für das Bogenschießen und das Feuermachen getroffen worden waren.

Bogenschießen
Bogenschießen

Das Feuermachen erforderte viel Geduld, aber letzten Endes schafften es fast alle Schüler.

Christoph beim Feuermachen
Fabian hat's geschafft!

Am Ende eines jeden Tages saßen wir im Kreis zusammen und wurden aufgefordert, das Erlebte zu beurteilen. Jeder von uns musste sagen, was ihm am besten und was ihm am wenigsten gefallen hat. Kommentare durch die anderen waren verboten. Diese Gesprächsrunden empfand ich als sehr positiv, weil sich die Schüler die Erlebnisse vergegenwärtigten und sehr gut durchdachte Antworten gaben.

In der Gesprächsrunde

Die drei Tage im Bayerischen und Böhmischen Wald haben den Schülern der 6. Klassen sehr gut getan. Sie machten viele neue Erfahrungen und lernten, wie wichtig die beiden Nationalparks für die Tier- und Pflanzenwelt sind. Außerdem hatten sie die seltene Gelegenheit, einige Tage miteinander zu verbringen, was dem Zusammenhalt in der Klasse zugute kommt. Nicht zuletzt erlebten die Buben am eigenen Leib, dass man auch ohne Handy & Co Spaß haben kann.

Die Klasse 6a mit ihren Betreuern


                                                                            (Christl Hastreiter, Klassleiterin der 6a)


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Wandertag und Klassenelternabende der 5. Klassen

20. - 22.09.2017

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Jahrgangsstufentests: Deutsch in den 6. Klassen

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