Exkursion der 7. Klassen nach  Rothenburg ob der Tauber


Für alle 7. Klassen stand am 12. Juni eine Exkursion nach Rothenburg ob der Tauber auf dem Plan. Ziel dieser Veranstaltung war die Erkundung einer Stadt, in der man auch heute noch sehr gut in das Mittelalter eintauchen kann. Der Schwerpunkt  dieser Veranstaltung lag daher auf der Besichtigung der Altstadt mit ihren einzigartigen Verteidigungsanlagen, die zu den Paradebeispielen mittelalterlichen Festungsbaus gehören.


Blick auf den Rathausturm


Kurz nach der Ankunft in Rothenburg versammelten sich die Siebtklässler  am Georgsbrunnen, von wo aus sie einen herrlichen Blick auf das historische Rathaus  genossen. Einige fühlten sich von dem 60 Meter hohen Glockenturm angezogen und beschlossen spontan, die 220 Stufen bis zur Plattform zu überwinden. 


 Blick vom Rathausturm Blick auf die Ratstrinkstube


Oben angekommen, genossen wir den herrlichen Blick über die Dächer der Altstadt. Auf dem rechten Bild sieht man die Ratstrinkstube, in der sich heute die Touristinformation befindet. Vor diesem Gebäude versammeln sich zwischen 11 und 15 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr Trauben von Menschen, da die Kunstuhr stündlich die legendäre Geschichte des Meistertrunks darstellt. Beim "Meistertrunk" handelt es sich um eine Begebenheit aus dem Dreißigjährigen Krieg. Der katholische Feldherr Tilly hatte die protestantische Stadt erobert und hielt im Kaisersaal des Rathauses Gericht. Die Ratsherren sollten umgebracht, die Stadt zerstört werden. Um Tilly milde zu stimmen, bot der Kellermeister ihm einen Humpen (dreiviertel Liter) Wein an. Tilly versprach, Gnade walten zu lassen, wenn einer der Ratsherren imstande sei, den Krug auf einmal  zu leeren. Altbürgermeister Nusch hatte einen guten Zug und schaffte es. Damit rettete er sich, seine Kollegen und die ganze Stadt vor dem Untergang.

Zur Erinnerung an dieses Ereignis wird alljährlich im Kaisersaal des Rathauses das Festspiel "Der Meistertrunk" aufgeführt, das der Glasermeister Adam Hörber im Jahr 1881 verfasst hat.


 Blick vom Rathausturm Blick auf die St. Jakobs-Kirche
 Blick vom Rathausturm Blick über die Dächer


Das nächste Gebäude, das unsere Blicke anzog, war die  St. Jakobs-Kirche. Dieses 1311 im gotischen Stil erbaute Gotteshaus wurde schon im Mittelalter von Scharen von Pilgern aufgesucht, da sie sich von einer kostbaren Reliquie - einem Blutstropfen Christi - göttlichen Segen erhofften. Diese befindet sich im herrlich gestalteten Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider. Seit dem Übertritt der Stadt Rothenburg zum lutherischen Glauben ist die St. Jakobs-Kirche protestantisch.


Abstieg vom Turm
 
Abstieg vom Turm 


Die erste Etappe Richtung Plattform war schon nicht einfach, doch der Abstieg hatte es wirklich in sich. Hier war es so steil, dass man nur auf diese Weise nach unten kam. Doch den Schülern machte es richtig Spaß.


Klasse 7c vor dem Georgsbrunnen


Der Georgs-Brunnen war für alle drei Klassen der Treffpunkt schlechthin. Er ist acht Meter tief und hat ein Fassungsvermögen von 100.000 Litern. Darüber hinaus ist er sehr schön anzusehen. Von hier aus startete auch die Führung, die um 13 Uhr begann und bis 15 Uhr dauerte.


Auf dem Weg zum Galgentor  Versammlungsort der jüdischen Gemeinde


Auf dem Weg zum Galgentor ging Frau Steinbach, die die Klasse 7c betreute,

auf die Funktion der Spitzdächer ein. Sie dienten der Vorratslagerung, um die Ernährung der Bevölkerung bei Missernten oder im Belagerungszustand sicher zu stellen. Ein wichtiges Gebäude am Rand der alten Stadt stellte im Mittelalter das sogenannte "Judentanzhaus" dar. Hier handelte es sich um den Versammlungsort der jüdischen Gemeinde,  in dem auch Kredite vergeben wurden.  Als die katholische Kirche schließlich den Christen erlaubte, Geld gegen Zinsen zu verleihen,  war man nicht mehr auf die Juden als Kreditgeber angewiesen, so dass deren Bedeutung für das Wirtschaftsleben abnahm.


Aufstieg zum Galgentor Im Galgentor 


Sieht man vom Galgentor aus Richtung Innenstadt, stößt man unweigerlich auf das Wappen der ehemals Freien Reichsstadt Rothenburg. König Rudolf von Habsburg hatte am 15. Mai 1274 die Erhebung vorgenommen.


 Wappen der Freien Reichsstadt Rothenburg
 Blick auf den Mauerring


Entlang des Mauerrings erstreckt sich der überdachte Wehrgang, der auf einer Länge von 2,5 Kilometern begangen werden kann und in seiner Form einzigartig in ganz Deutschland ist. Die Wehrtürme wurden Ende des 14. Jahrhunderts in einem Abstand von 140 bis 160 Metern voneinander gebaut. Diese Distanz ergab sich aus der Reichweite der Armbrüste: Ungefähr 150 Meter flog ein abgeschossener Pfeil, so dass die Fläche zwischen den Türmen von beiden Seiten abgedeckt war. Der Mauerring in Rothenburg war insgesamt mit 42 Türmen bestückt. 


Schüler auf dem Wehrgang


Nach einem kurzen Stopp wurde das Rödertor - hier sieht man das Mauerwerk aus Buckelquadern - von den Schülern genauer in Augenschein genommen. Von Frau Steinbach erfuhren sie, dass der Röderturm der einzige begehbare Aussichtsturm im Mauerring ist.


Am Rödertor angekommen


Das Rödertor wurde durch einen Burggraben und einen Wassergraben abgesichert.


Blick auf den Wassergraben


Einige haben sich beim Anblick des Wassergrabens bestimmt gefragt, ob er im Mittelalter genauso unappetitlich ausgesehen hat. Sicher ist aber, dass er seinen Dienst erfüllte und den Bürgern der Stadt Rothenburg einen zusätzlichen Schutz bot.


Wassergraben


Das Rödertor wurde jeden Abend von den Torwächtern geschlossen. Wer zu spät in die Stadt zurückkehrte, hatte die Möglichkeit, den Zugang über eine kleine Tür zu passieren, musste aber eine Strafe bezahlen. Dieser Einlass war bis 24 Uhr geöffnet, danach hatte man keine Chance mehr, in die Stadt zu gelangen.



Torwächter von heute
 
 Und wieder hinauf!


Und wieder ging es auf den Wehrgang, um die Erkundung des Mauerrings fortzusetzen. Interessant war  dabei nicht nur der Blick durch die Schießscharten, durch die die wehrfähigen Männer im Mittelalter den Angreifern erbitterten Widerstand leisteten, sondern auch auf die vielen Spendertafeln, über deren Bedeutung viel gerätselt wurde.


 Blick durch eine Schießscharte Spenden für die Stadtmauer


Schließlich fanden die Schüler heraus, was es damit auf sich hat:  Am 31. März 1945 - also kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges - wurden 40 Prozent der original erhaltenen Bausubstanz Rothenburgs durch einen amerikanischen Bombenangriff zerstört. Dieser sollte ursprünglich ein Öllager  im oberfränkischen Ebrach treffen, doch entschied man sich wegen des herrschenden Nebels kurzerhand für Rothenburg, obwohl es keine militärische Bedeutung hatte. Nach dem Krieg wurden nicht nur die Gebäude wieder aufgebaut bzw. saniert, sondern auch die zum Teil zerstörte oder beschädigte Stadtmauer. Dafür leisteten auch  viele Amerikaner, deren Namen noch heute entlang der Stadtmauer zu lesen sind, einen finanziellen Beitrag.


 Spenden Spenden
 Spenden
Spenden


Diese Spendenaktion gibt es noch heute. Allerdings werden die Gelder nicht mehr für den Aufbau, sondern für den Erhalt der Mauer verwendet. Die Spender stammen nicht nur aus den USA, sondern aus vielen Ländern unserer Erde. Sogar Hochzeiten nahm und nimmt man zum Anlass, um sich hier zu verewigen. Wie man auf dem Foto rechts oben erkennen kann, wurden auch Geldstrafen von Jugendlichen für die Sanierung verwendet.


Blick auf ein Stadthaus
 
 Werbung


Vom Wehrgang aus hatten wir einen guten Überblick über die Gärten und Dächer der Stadthäuser, sodass wir uns fast wie Voyeure vorkamen. Manche ihrer Bewohner wissen sich zu helfen und nutzen die Touristenattraktion für Werbezwecke. 


Zimmerangebot Ende der letzten Etappe
 


Die Erschöpfung war einigen Schülern nach dem Verlassen der Stadtmauer in das Gesicht geschrieben. Doch in der Spitalbastei, dem mächtigen Festungswerk aus dem 17. Jahrhundert,  wurden sie wieder munter.


Mit schwerem Geschütz


Mit schwerem Geschütz


Die folgenden Bilder zeigen Schülergruppen aus den drei siebten Klassen auf dem Weg durch die wunderschöne Altstadt Rothenburgs.


 Schülergruppe
Schülergruppe
 
 Schülergruppe Schülergruppe
 Schülergruppe Schülergruppe


 Schülergruppe Schülergruppe


Schülergruppe
Schülergruppe

                                                                   
                                                                                  (Christl Hastreiter, FBin Geschichte)











Aktuelles

Termine


Übertritt in die 5. Klasse zum Schuljahr 2019/20

Informationen und Termine unter der Rubrik "Rundschreiben"

29.01.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (erstes Treffen)

05.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (zweites Treffen)

07.02.2019

13:30 Uhr: Zwischenzeugniskonferenz

08.02.2019

Jour Fixe im Mehrzwecksaal in der Aula

12./13.02.2019

Vorträge der PI Cham zum Thema "Alkohol und Drogen": 12. Januar: 10a; 13. Januar: 10b

12.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (drittes Treffen)

15.02.2019

Ausgabe der Zwischenberichte und Zwischenzeugnisse

19.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (viertes Treffen)

22.02.2019

13:00 bis 18:00 Uhr: Zweiter Elternsprechtag

Katzberger Straße 5
93413 Cham
09971 2376

E-Mail: verwaltung@maristen-realschule.de

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