Besuch aus dem fernen Kambodscha

Spendengelder aus dem Maristen Open-Air und dem SMV Tag-
1000 Euro gehen an die hochwassergeschädigte Maria Ward-Realschule

 
Kambodscha Spendenübergabe

Anfang der Woche durften sich die Maristenschüler über den Besuch von Frater Bernhard Tremmel freuen, der nach drei Jahren wieder einmal aus Kambodscha auf Heimaturlaub kam und gerne seine Freunde und Förderer an der Chamer Maristenschule besuchen wollte. Hier war er vor seinem Entschluss, als Missionar in die weite Welt zu ziehen, insgesamt zehn Jahre tätig gewesen, weshalb die Stadt am Regenbogen für ihn auch immer noch ein Stück Heimat bedeutet.
 
Mit knapp 40 Jahren verließ er 1999 erstmals den europäischen Kontinent, um im afrikanischen Zimbabwe, dem früheren Rhodesien, die Leitung des Noviziates für Englisch-sprechende Ordensbewerber zu übernehmen. Während sechs Jahren kümmerte er sich um die Einführung junger Maristenfratres ins Ordensleben und um deren Vorbereitung für ihr künftiges Studium an der ordenseigenen Hochschule in Kenias Hauptstadt Nairobi. Als sich die politische und wirtschaftliche Situation in Zimbabwe immer mehr verschlechterte, wurde 2005 das Noviziat von dort nach Mozambique verlegt, so dass Frater Bernhard nach Deutschland zurückkehrte.
 
Den Aufruf Papst Johannes Paul II., im 21. Jahrhundert den Blick auf die Völker Asiens zu richten, um auch ihnen die Frohe Botschaft des Evangeliums zu bringen, hörten die Maristen und begannen im Jahre 2006 mit der Ausbildung künftiger Missionare für diesen Kontinent. Frater Bernhard gehörte zu den ersten Fratres, die sich dazu bereit erklärten. So begann er im August des gleichen Jahres in der Stadt Davao im Süden der Philippinen mit 16 weiteren Fratres eine halbjährige, breit angelegte Ausbildung für die künftige Aufgabe zu der zum Beispiel auch das Mitleben und Mitarbeiten in einer einfachen Fischerfamilie für den künftigen Missionar gehörte. Kurz vor Weihnachten erfuhren die einzelnen Fratres, in welchem Land sie künftig eingesetzt würden.
 
Kambodscha

Im April 2007 traf Frater Bernhard schließlich in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh ein, um zusammen mit einem australischen und einem aus Ghana stammenden Mitbruder das Studium der Khmersprache und Schrift zu beginnen. Aber nicht nur diese beiden waren für die Missionarsanwärter etwas völlig Fremdes und Ungewohntes; genauso war es mit vielem, was die Nahrungsmittel, die Musik, die Feste und Bräuche betraf. So verlief das erste Jahr in diesem südostasiatischen Land mit dem Bemühen, sich alles vertraut zu machen. Im folgenden Jahr zogen die drei Fratres in die Bischofsstadt Battambang, um von dort aus zu erkunden, wo und auf welchem Gebiet künftig ihr Arbeitsbereich liegen könnte. Hier erfuhren sie, dass die Kirche in Kambodscha weitgehend noch eine kleine, aber junge Kirche ist, weil diese infolge der grausamen Herrschaft der radikal-kommunistischen Roten Khmer 1975-1979 fast vernichtet worden war. Heute umfasst eine Pfarrei oft ein riesengroßes Gebiet, in dem es dann vielleicht erst wieder 200 Katholiken gibt. In Kambodscha ist der Buddhismus Staatsreligion.
 
Im März 2009 endlich begann Frater Bernhard mit seinen beiden Mitbrüdern Brian und Francis im Nordwesten des Landes in Pailin, einer cairca 30.000 Einwohner zählenden Stadt nahe der Grenze zu Thailand. In einem gemieteten Haus, bei dem es noch viel zu reparieren gab, um es richtig bewohnbar zu machen, bezogen sie Quartier. Zugleich hat man in einem anderen Gebäude   Schulungsräume für ein Studienzentrum eingerichtet. Schnell sprach sich die Ankunft der freundlichen Fratres unter den wenigen Christen herum und schon bald fanden sich immer mehr Kinder und Jugendliche ein, die auch durch die Verpflichtung einheimischer Fachkräfte schulische Hilfe und Freizeitangebote erfahren durften. Mit der Unterstützung aus der Heimat wurde vieles, was vordringlich war, angeschafft: Lesebücher, Bücherregale, Tische, gebrauchte Computer, Saatgut für Gemüse, Gartengeräte, ein Motormäher, Uhren, Wandfarbe, Vorhängeschlösser, Papierkörbe, Wasserspender, Schreibzeug, Plastikstühle, Wandtafeln und immer wieder mal einen Sack Reis.

Kambodscha

In Absprache mit dem zuständigen Bischof und Pfarrer für Pailin wurden Vorbereitungen getroffen, auf einem drei Hektar großen Gelände ein Kirchenzentrum zu errichten, das neben der Kirche einen Treffpunkt, einen Kindergarten, Privat- und Klassenzimmer nebst einem großen Garten enthalten sollte. Als Sohn eines Architekten betraute man Frater Bernhard  mit diesen Aufgaben. Im Sommer 2010 war man dann soweit; die Brüder nahmen im neuen Pfarrzentrum Wohnung und die Gottesdienste werden seither in der schmucken, im landestypischen Stil errichteten Kirche abgehalten. Auch ein Teil der Unterrichtsangebote findet nun in dort verfügbaren Räumen statt.
Die Vorstellungen der Fratres gehen aber noch weiter. Um auch Kindern und Jugendlichen vom Land, die kaum Bildungsmöglichkeiten haben, zu helfen, möchten die Maristen ein Internat in Nachbarschaft zum Kirchengelände errichten einschließlich einer eigenen Wohnung für die Brüdergemeinschaft. Pläne und Kostenschätzungen liegen inzwischen dafür schon vor. Was noch nicht feststeht, ist die Finanzierung.
 
Als eine große Überraschung kam für die Angehörigen und Freunde Frater Bernhards dessen Abberufung aus Pailin und die Beauftragung, im Südosten des Landes nahe der Grenze zu Vietnam in Sen Monorom eine neue Aufgabe zu übernehmen. Durch die Erkrankung eines spanischen Bruders fehlte dem Team mit den Fratres Max Meier und Pedro Chimeno unerwartet ein erfahrener Kambodscha-Missionar. So zog also Frater Bernhard mit den beiden anderen Anfang 2012 in das Gebiet der dort heimischen Bunong-Leute, welche mehrheitlich nicht dem Buddhismus angehören sondern Animisten sind. In Absprache mit dem Bischof von Kampong Cham übernahmen die Fratres die Verantwortung für einfachst ausgestattete kirchliche Internate, welche älteren Schülern den Erwerb der Hochschulreife ermöglichen. Genauso wie bei der angemieteten Wohnung der Fratres vieles im Argen lag und nach und nach Schutz vor Mäusen, Insekten und Tausenden von Moskitos erreicht werden musste, haben die Maristen auch für die Jugendlichen erste Verbesserungen bewirkt; so wurde zum Beispiel ein Brunnen gegraben, Toiletten erneuert oder ausgebessert und als nächstes möchte man Solarstrom in die Internatsräume bringen, damit man dort am Abend nicht mehr bei Kerzenlicht zu studieren braucht. Eine große Herausforderung für Frater Bernhard und seine Mitbrüder bleibt noch – das Erlernen der Bunong-Sprache, die von der landesüblichen Khmer-Sprache völlig verschieden ist. Natürlich hofft man auch, mit der Zeit junge Menschen für den christlichen Glauben gewinnen zu können, damit die noch äußerst kleine Kirchengemeinde in Sen Monorom an Bedeutung gewinnen wird. So nebenbei erfuhren die Maristenschüler, dass es für die Fratres etwas Besonderes ist, wenn sie sich gelegentlich in der Stadt eine Pizza leisten können. Mit dem Dank für die bislang gewährte Hilfe zugunsten der Missionsarbeit in Kambodscha und mit der Bitte, auch weiterhin aus der Maristenschule Unterstützung erfahren zu dürfen, verabschiedete sich der Asienmissionar von den Maristenschülern.
Die Spendengelder aus dem vergangenen SMV-Tag und die gesammelten Spenden der einzelnen Klassen während des gesamten letzten Schuljahres gehen zugunsten der Missionsarbeit in Pailin. Außerdem gehen 1000 Euro an eine unserer hochwassergeschädigten Mitgliedsschulen, die Maria Ward-Realschule. Es handelt sich dabei um Erlöse aus dem Maristen-Open Air der SMV.

M. Donnerbauer

Aktuelles

Termine


Übertritt in die 5. Klasse zum Schuljahr 2019/20

Informationen und Termine unter der Rubrik "Rundschreiben"

29.01.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (erstes Treffen)

05.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (zweites Treffen)

07.02.2019

13:30 Uhr: Zwischenzeugniskonferenz

08.02.2019

Jour Fixe im Mehrzwecksaal in der Aula

12./13.02.2019

Vorträge der PI Cham zum Thema "Alkohol und Drogen": 12. Januar: 10a; 13. Januar: 10b

12.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (drittes Treffen)

15.02.2019

Ausgabe der Zwischenberichte und Zwischenzeugnisse

19.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (viertes Treffen)

22.02.2019

13:00 bis 18:00 Uhr: Zweiter Elternsprechtag

Katzberger Straße 5
93413 Cham
09971 2376

E-Mail: verwaltung@maristen-realschule.de

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