"Henker, Hexer, Haderlump" - eine Stadtführung mit Schauspielern

Henker Deubler 1

Der Henker (hier dargestellt von Jürgen Piendl) musste zur Urteilsvollstreckung extra aus Straubing kommen. Einige Strafen erlebten wir Schüler und Lehrer im Laufe der Stadtführung in der eigens errichteten Folterkammer "live" mit. 

Die erste Begegnung mit dem Scharfrichter hatten wir im Spitalgarten, wo wir auch den Stadtschreiber Andre Häberl (Hans Höcherl) kennen lernen durften.

Henker Deubler 2

Stadtschreiber Häberl

Stadtführerin Johanna Aschenbrenner zeigte uns das Gebäude, in dem sich früher das Schröterhaus befand. Das war eines von vier Chamer Gefängnissen, in denen Fälle der niederen Gerichtsbarkeit vollstreckt wurden. Dazu gehörten unangemessenes Verhalten an Sonn- und Feiertagen, Wirtshausbesuch zur Zeit des Sonntagsgottesdienstes, Zahlungsunfähigkeit und das Laster der "Leichtfertigkeit". Die Verpflegung in Form von Wasser und Brot mussten die Verurteilten übrigens selbst mitbringen.

Schröterhaus 1

Schröterhaus 2

Wie eine Gerichtsverhandlung im 17. Jahrhundert geführt wurde, konnten wir anschließend im Kleinen Ratszimmer der Stadt Cham erleben. Hier wurden wir von dem Richter, Stadtsyndikus Michtl (Timo Bullemer), Stadtschreiber Häberl und Schröter Ertl (Wolfgang Roi) erwartet. Kaum hatten wir das hohe Gericht betreten, wurden Direktor Josef Maier und Wirtschaftslehrer Johann Zauner in Beisitzer verwandelt.
                      
Direktor Josef Maier als Beisitzer
 
Wirtschaftslehrer Johann Zauner als Beisitzer 

Verhandelt wurde der Fall der Cordula Prandtner (Lisa Burkert), die sich wegen leichtfertigen Verhaltens verantworten musste. Dabei war es für uns sehr interessant und spannend, der Angeklagten dabei zuzusehen, wie tapfer sie sich gegen eine Verurteilung zur Wehr setzte. Immer wieder band sie unsere Schüler in ihre Verteidigungsrede mit ein und versuchte ihnen klar zu machen, dass auch Wolfgang Leuthner (Ernst Walk) an ihrer angeblichen Leichtfertigkeit nicht unschuldig sei. Aber ihr Kampf gegen die Mühlen der Justiz (und den Zusammenhalt der Männer) nützte ihr nichts: Sie wurde zu 14 Tagen Gefängnis im Schröterhaus und zur Schandgeige am nächsten Markttag verurteilt.
                                    
Gerichtsverhandlung
 
Gerichtsverhandlung
 
 Gerichtsverhandlung Gerichtsverhandlung

Weiter ging es in die Folterkammer, wo einem angesichts der verschiedenen Möglichkeiten der Geständniserpressung durchaus ein Schauer über den Rücken laufen konnte. Zuerst demonstrierte Johanna Aschenbrenner das Daumenschrauben, Johann Zauner wurde als "Opfer" für das "leere Aufziehen" und das Aufziehen mit einem 20 Kilogramm schweren Stein ausgewählt. Am schlimmsten traf es Direktor Josef Maier, der von Henker Deubler enthauptet werden sollte, doch von Johanna Aschenbrenner im letzten Augenblick gerettet wurde.     
  
Anlegen der Daumenschrauben
 
Aufziehen
 Aufziehen
 Aufziehen

Enthauptung
 Enthauptung
 Enthauptung
 Enthauptung

Mit großem Interesse verfolgten unsere Schüler die Ausführungen über das Rädern, das ausschließlich an Männern vollzogen wurde. Es galt als schimpflichste und ehrloseste Strafe und wurde nur bei Mord oder Majestätsverbrechen (z.B. Attentat auf einen König) angewendet. Dabei zerstieß der Scharfrichter dem Delinquenten mit einem Rad sämtliche Glieder und das Rückgrat. Die Zahl der Stöße war im Urteil festgelegt. Anschließend wurde der Körper durch die Speichen des Rades geflochten, das daraufhin auf einen Pfosten oder einen Galgen gesteckt wurde. Brach man beim Rädern zuerst die Knochen der Beine, dann die der Arme usw., trat der Tod sehr langsam ein. Daher galt es als Gnadenerweis, wenn der erste Stoß gegen den Hals geführt wurde. Ebenfalls eine Strafmilderung war es, wenn der Verurteilte vor dem Rädern gehenkt oder enthauptet wurde. Diese grausame Tötungsart wurde laut Gerichtsakten in Cham jedoch nicht angewendet.

Rädern
                                     
Schüler in der Folterkammer
 Schüler in der Folterkammer
 Schüler in der Folterkammer
 Schüler in der Folterkammer

Schüler in der Folterkammer
Schüler in der Folterkammer

Unter welchen Bedingungen die Cordula Prandtner ihre Gefängnisstrafe im Schröterhaus verbüßte, konnten wir nicht verfolgen, wohl aber das Anlegen der Schandgeige. Ebenso wie im Gerichtssaal war die Verurteilte nicht bereit, sich wie ein Opferlamm in ihr Schicksal zu fügen.

Schandgeige 1

Schandgeige 2

Schandgeige
 
 Schandgeige
 Schandgeige
 Schandgeige

Für ihre realistische Darstellung erhielten Lisa Burkert, Hans Höcherl und Wolfgang Roi einen Riesenapplaus.

Schandgeige 7

Anschließend demonstrierte Johanna Aschenbrenner an zwei Schülern weitere Ehrenstrafen. Dies waren das Anlegen einer Schandmaske und der sogenannte "Stock". Wir erfuhren, dass der Verurteilte zwei Stunden lang in dieser gebückten Haltung dem Gespött der Leute ausgesetzt war.

Schandmaske 1

Schandmaske
 
Schandmaske 
 Schandmaske
 Schüler im

Auf dem Marktplatz wurde uns der Ort gezeigt, an dem man eine Frau wie die Cordula Prandtner an den Pranger gestellt hatte. Dieser befand sich an einem Mauersims an der Frontseite des Rathauses, der von einer Treppe aus zugänglich war und den man sich heute direkt über dem Eingang zum "Secco" vorstellen kann.

Pranger 1

Pranger 2

Am Ende dieser äußerst eindrucksvollen Stadtführung trafen wir nochmals auf den Stadtschreiber Andre Häberl, der nach etlichen Krügen Bier sein Glück bei den Frauen versuchte - allerdings ohne Erfolg. Auch Cordula Prandtner war nicht geneigt, sich von seinen Schmeicheleien umgarnen zu lassen.

Andre Häberl nach dem Wirtshausbesuch

Andre Häberl auf Freiersfüßen 1

Andre Häberl auf Freiersfüßen 2

Für ihren tollen Einsatz erhielten die Schauspieler einen tosenden Schlussapplaus.

verdienter Schlussapplaus

                                                                     (Christl Hastreiter, FBin Geschichte)
                                                                      



Aktuelles

Termine


Übertritt in die 5. Klasse zum Schuljahr 2019/20

Informationen und Termine unter der Rubrik "Rundschreiben"

29.01.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (erstes Treffen)

05.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (zweites Treffen)

07.02.2019

13:30 Uhr: Zwischenzeugniskonferenz

08.02.2019

Jour Fixe im Mehrzwecksaal in der Aula

12./13.02.2019

Vorträge der PI Cham zum Thema "Alkohol und Drogen": 12. Januar: 10a; 13. Januar: 10b

12.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (drittes Treffen)

15.02.2019

Ausgabe der Zwischenberichte und Zwischenzeugnisse

19.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (viertes Treffen)

22.02.2019

13:00 bis 18:00 Uhr: Zweiter Elternsprechtag

Katzberger Straße 5
93413 Cham
09971 2376

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