„Die Realschule ist zweifelsfrei die erfolgreichste Schule, die wir haben“

 
Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder (SPD)
zu Gast an der Maristen-Realschule


schieder

Trotz ihrer vielfältigen Aufgaben und einem vollen Terminkalender fand die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder Zeit, den Zehntklässlern der Maristen-Realschule an einem Vormittag in einem spannenden und lebendigen Vortrag mit anschließender Fragerunde die sonst so abstrakt und weit entfernt scheinende Welt der Politik näher zu bringen.
Zuerst informierte Marianne Schieder, die der SPD angehört, zunächst über ihren eigenen Werdegang. Die 1962 geborene Schieder war nach dem Abschluss ihres zweiten juristischen Examens als Landesgeschäftsführerin der Katholischen Landjugendbewegung Bayerns tätig  und von 1994 bis zum Jahr 2005 Mitglied des Bayerischen Landtages. Seit dem Jahr 2005 ist Schieder Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2010 bekleidet sie das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landesgruppe Bayern. Daneben ist Schieder Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Schwandorf-Cham, stellvertretende Bezirksvorsitzende der Oberpfälzer SPD, seit 2009 auch Mitglied im Landesvorstand der BayernSPD und seit zwei Jahren ist sie außerdem als Mitglied des Präsidiums der BayernSPD aktiv.
 „Es gibt nur eine Zukunft für Europa und nur eine Zukunft mit Europa.“
Zu Beginn des Vortrags warf die Abgeordnete einen Blick auf Europa und bemerkte, dass die EU die segensreichste Sache sei, die die Politik seit 1945 zustande gebracht hat, denn seit damals leben wir in Frieden und Freiheit. Auch der Fall des „Eisernen Vorhangs“ ist unter dem Gesichtspunkt der europäischen Entwicklung zu sehen. Schieder erinnerte an das Jahr ihrer Einschulung 1968, an den „Prager Frühling“ und die damalige Sorge um den Ausbruch des 3. Weltkrieges. Schieder machte deutlich, dass der Frieden nicht so selbstverständlich sei, wie man vielleicht meinen könnte.
Dennoch mache sich inzwischen ganz deutlich eine Art „Euro-Frust“ in der Bevölkerung breit. Schieder weist darauf hin, dass sie es durchaus verstehe, wenn auf den Euro geschimpft wird, aber die Folgen des deutschen Austritts aus dem Euro-Raum fatal wären. Die deutsche Exportwirtschaft bekäme enorme Probleme und die Arbeitsplatzsituation würde sich verschlechtern, denn jeder zweite Arbeitsplatz in Deutschland ist vom Export abhängig.
Auf die Frage eines Schülers, was man in der Richtung zum Europäischen Jahr des Alterns in Deutschland gemacht habe, verwies Schieder auf die intensive Diskussion über die demographische Entwicklung in den vergangenen Jahren und appellierte an eine Schärfung des Bewusstseins, dass in dieser Richtung auch zukünftig verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssen. Schieder erklärte auf die folgende Frage nach der Altersarmut außerdem, dass diese Problematik zukünftig eine immer größere Rolle spielen werde. Als größtes Problem machte sie fest, dass die Menschen immer länger leben und der Lebensstandard erheblich gestiegen sei.

„Die Privatisierung des Wassers ist ein Ziel der EU“
„Warum diskutiert man jetzt über die Privatisierung des Wassers?“ Schieder erklärte, dass die Privatisierung des Wassers ein Ziel der EU sei, aber Deutschland will sich, wie bei der „Grünen Gentechnik“ nicht anschließen. Die Abgeordnete wies hierbei auch auf die Entwicklung in Tschechien hin, denn seit der Privatisierung in unserem Nachbarland stieg der Wasserpreis um 100 Prozent. Das Wasser stand auch in der folgenden Debatte im Mittelpunkt, denn die Schüler wollten wissen „was für einen Sinn denn die Privatisierung habe?“ In dieser Forderung spiegelt sich laut Marianne Schieder die Denkweise des Neoliberalismus: Alles, was privat organisiert wird, ist besser und umgekehrt: „Alles, was der Staat macht, ist träge“. Diese Denkweise unterliegt nach Schieders Meinung einem Trugschluss, denn die Privatisierung des Wassers wirke sich zwar günstig auf den Haushalt der Kommunen aus, aber auf den Verbraucher komme durch die Übernahme der Mehrwertsteuer eine Preiserhöhung zu.
Auf die Frage, ob junge Leute in Schieders Wahlkreis eine Zukunft besitzen, antwortete sie mit einem klaren „Ja, wenn die Attraktivität gegeben ist.“, denn „die jungen Leute kann man bei uns halten, wenn man die Attraktivität erhöhe und wo keine Bevölkerung ist, wird alles in Frage gestellt – Kindergärten, Schulen ...“ Als Beispiel führte Schieder die Mutter an, die ohne Kindergartenangebot keine Chance hat, einen Beruf auszuüben.
Zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Nachbarland Tschechien
Die Zehntklässler wollten auch wissen, ob Schieder daran glaube, dass die Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Tschechien ausgeprägt genug ist. Schieder meinte, dass dies auf die Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung auf keinen Fall zutreffen würde. Sie sprach in diesem Zusammenhang das Problem „Crystal Speed“ an und forderte in Zukunft eine bessere Zusammenarbeit. „Die tschechischen Politiker sollten ein stärkeres Interesse daran haben, denn in Deutschland beispielsweise könne man, wenn „Gefahr in Verzug“ ist, eine Razzia starten, in Tschechien ist das rechtlich derzeit nicht möglich. „Da gibt’s viel zu tun.“

„Was wird im Landkreis Cham für die Suchtprävention gemacht?“
Schieder erklärte den wissbegierigen Maristen-Schülern, dass die Polizeibeamten genau geschult würden, außerdem gebe es Suchtarbeitskreise. Schieder erwähnte auch die Präventionsmaßnahmen von Seiten des Rotary- und des Lions-Clubs. Sie findet, dass Aktionen im Sportverein mehr Erfolg bringen, als wenn ein Polizist in die Schule kommt und Aufklärung betreibt. „Crystal Speed“ ist zunehmend ein Problem der 30 – bis 40 Jährigen, von Alleinerziehenden und Personen, die beruflich vom Burnout-Syndrom betroffen sind. Als eine Folge des „Crystal-Konsums“ komme es zu einer Zunahme der Beschaffungskriminalität, wie beispielsweise Diebstahl oder Einbruch, laut Further Polizisten. Auf die Frage, wie Schieder zur Legalisierung von Cannabis stehe, stellte sie klar, dass sie keine Anhängerin dieser Forderung sei, und es nicht nachgewiesen sei, dass auf Cannabis nicht Heroin folgt. Als Rat gab sie den Maristen-Schülern mit auf den Weg: „Wer sich jemals mit Drogen beschäftigt hat, kennt nur eine Lehre: Finger weg davon!“
„Jeder junge Mensch soll eine möglichst gute Schulbildung bekommen.“
 
„Frau Schieder, was halten Sie von der Diskussion um die Zusammenlegung der Realschule und der Mittelschule?“ Die Abgeordnete bezog auf diese Frage keine Stellung und verwies auf die Zuständigkeit des Bayerischen Landtags, denn Bildungspolitik sei das Hauptaktionsfeld der Landtagspolitik. Außerdem bekannte sie: „Die Realschule ist zweifelsfrei die erfolgreichste Schule, die wir haben und ich bedauere es zutiefst, dass es in Deutschland nicht möglich ist, ideologiefrei über Schulfragen zu diskutieren.“ Ihrer Meinung nach seien eine Reihe bildungspolitischer Entscheidungen, wie beispielsweise kleinere Klassen, mehr Lehrkräfte und eine stärkere Förderung der Schüler notwendig. Zudem betonte sie, wie wichtig es für den Wirtschaftsstandort Deutschland in der Zukunft sei, das hohe Ausbildungsniveau zu halten und weiter daran zu arbeiten, dass auch die Menschen ohne Schulausbildung und ohne berufliche Ausbildung vorwärtsgebracht werden. Abschließend äußerte Schieder zu schulischen Bildung: „Jeder junge Mensch soll eine möglichst gute Schulbildung bekommen.“ Dem Vorschlag eines Maristen-Schülers die Realschulen und Gymnasien zusammenzulegen begegnete Schieder: „Das wird nie geschehen.“

Mit dem Pausengong endete dann der „politische Vormittag“ für die Maristen-Schüler. Abschließend bedankten sich die Lehrkräfte sowie die teilnehmenden Schüler der drei zehnten Klassen für den interessanten Vortrag und Direktor Josef Maier überreichte der Bundestagsabgeordneten ein kleines Präsent.

Marion Donnerbauer

Aktuelles

Termine


Übertritt in die 5. Klasse zum Schuljahr 2019/20

Informationen und Termine unter der Rubrik "Rundschreiben"

29.01.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (erstes Treffen)

05.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (zweites Treffen)

07.02.2019

13:30 Uhr: Zwischenzeugniskonferenz

08.02.2019

Jour Fixe im Mehrzwecksaal in der Aula

12./13.02.2019

Vorträge der PI Cham zum Thema "Alkohol und Drogen": 12. Januar: 10a; 13. Januar: 10b

12.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (drittes Treffen)

15.02.2019

Ausgabe der Zwischenberichte und Zwischenzeugnisse

19.02.2019

19:00 Uhr: Elternkurs "Kess erziehen: Abenteuer Pubertät" mit Herrn Sebastian Wurmdobler vom Kolping-Erwachsenenbildungswerk Regensburg (viertes Treffen)

22.02.2019

13:00 bis 18:00 Uhr: Zweiter Elternsprechtag

Katzberger Straße 5
93413 Cham
09971 2376

E-Mail: verwaltung@maristen-realschule.de

Impressum

  Landkreis Cham Google Maps