Projektstart der Physik-Übungen mit der 7. Klasse an der Maristen-Realschule Cham

Aus der Zusammenarbeit mit dem Rundfunkmuseum entstand eine Projektgruppe mit Firmenchef Max Schneider und Lehrer Markus Karl, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den MINT-Unterricht an der Maristen-Realschule Cham aus einem „Dornröschenschlaf“ zu wecken, verursacht durch inhaltlich gekürzte Lehrpläne und Verlagerung von echten MINT-Aktivitäten in die Wahlfächer und privatem Engagement von Lehrkräften, hin zu einer dauerhaften, über mehrere Jahre hinweg aufeinander aufbauenden Praxis-Institution. Deshalb werden in diesem Jahr zum ersten Mal verpflichtend für alle Schüler des mathematischen Zweiges in der 7. Klasse Physik-Übungen eingerichtet, in welchen die Schüler Schritt für Schritt an einem Umgang mit einem programmierbaren Microcontroller herangeführt werden.

Außerdem wurde den Schülern ein ARDUINO von der Schule geschenkt, welchen sie die nächsten drei Jahre bis zur 9. Klasse benutzen werden und der schrittweise immer mehr erweitert wird durch elektronische Bauteile wie Schalter, Widerstände, Kondensatoren, Dioden, LEDs, usw. Nach der 9. Klasse dürfen die Schüler den ARDUINO samt Erweiterungen behalten. Die Schüler sollen dabei nicht nur das Verlöten dieser Bauteile, also die praktische Verkabelung, sondern auch deren Funktionsweise erlernen und verstehen.

Parallel dazu wird der ARDUINO programmiert, welcher verschiedene Programme ablaufen lässt wie ein Computer und mit entsprechenden Ein- und Ausgängen auch die Bauteile abfragen und ansteuern kann. So kommen die Entwicklung von Software und Hardware optimal zusammen.

Da das überaus sinnvolle Projekt noch Sponsorengelder braucht, springt sogar das Landratsamt Cham mit einer Finanzspritze ein, denn die kleinen Bauteile, der Microcontroller und noch weitere Verbrauchsmaterialien kosten nun einmal Geld, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Projekt in drei Jahren auch drei Schuljahrgänge umfasst! Man muss sich heutzutage schon fragen, was uns als Gesellschaft die realitätsnahe Ausbildung unserer Jugendlichen wert ist. Aber auch die Industrie profitiert als win-win von diesem Projekt, da die Jugendlichen schon mit einem Vorwissen über diese Technik zum Arbeitgeber oder an die Universität kommen und somit einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Mitschülern haben.

Und was haben die Siebtklässler bisher schon gelernt, außer der Tatsache, dass es schwierig ist, auf allen Computern zu Hause mit unterschiedlichen Betriebssystemen die richtigen Treiber zu installieren, so dass mit den passenden Einstellungen in der Programmierumgebung auch die Kommunikation mit dem ARDUINO klappt? Erst einmal, dass dieser Computer ziemlich viel kann, wenn man es versteht, die richtigen Bauteile und die korrekte Programmierung aufeinander abzustimmen. Dann kommt noch das Problem dazu, dass dieses kleine Wunderding nur Einser und Nuller versteht. Da muss man umrechen können! Außerdem gibt es noch verschiedene Schaltungen: AND, OR, XOR, usw. Aber auch das wurde geübt und schnell verstanden. Die Verwendung von Schaltern stellt also kein Problem mehr dar und erste Experimente mit Lauflichtern und Tongeneratoren stehen auch schon auf dem Plan. Schließlich soll der Spaß nicht zu kurz kommen. Mal schauen, was bis zum Ende des ersten Jahres alles damit gemacht werden kann. Aber auch die beiden Betreuer lernen dazu und so manche Unterrichtseinheit verläuft nicht so, wie es ursprünglich geplant war: da muss man improvisieren und viel Geduld haben – so ist das nun mal mit der Computerei ...